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Erste Hilfe bei Obstipation (Verstopfung) und trägem Darm

Eine gut funktionierende Verdauung ist wichtig für unser Wohlbefinden. Wie lange die Verdauung dauert und wie oft wir auf die Toilette können/müssen, ist individuell unterschiedlich und hängt von unserem Stoffwechsel und von der Art unserer Ernährung sowie von den Mengen ab, die wir zu uns nehmen. Außerdem spielen unsere Trinkgewohnheiten eine Rolle sowie das Ausmaß an Bewegung und Entspannung, das wir erfahren. 

Unser Wohlbefinden ist der wichtigste Indikator bei der Frage, ob Handlungsbedarf in Bezug auf unsere Verdauung und Stuhlgewohnheiten besteht. Ein seltener, beschwerlicher Stuhlgang in Verbindung mit Unwohlsein, Blähungen und/oder Bauchschmerzen sind klare Anzeichen für eine Obstipation (Verstopfung). Diese lässt sich mit Hausmitteln und einer ballaststoffreichen Ernährung in den meisten Fällen gut beseitigen. Hier einige Tipps: 

  • Viel (warmes) Wasser trinken. Am besten mehrmals täglich. 
  • Bewegung an der frischen Luft. 
  • Eine Extra-Portion Ballaststoffe einnehmen, z.B. in Form von Flohsamenschalen und Leinsamen. Dazu immer viel trinken!
  • Viel Obst und Gemüse essen (insbesondere Äpfel, Zwetschgen, Pflaumen, Dörrpflaumen in Wasser eingelegt oder Sauerkraut). 
  • Fermentierte Pflaumen, z.B. von grünepflaume.de  – bei trägem Darm nimmt man am besten jeden Abend ein Pflaume nach dem Abendessen mit warmen Wasser zu sich.  

Wer sich mit Einläufen auskennt, kann sich einen Einlauf machen. 

Vorsicht bei Abführmitteln, diese sollten nur notfalls eingesetzt werden. Anhaltende Verstopfungen sollten mit dem Hausarzt/der Hausärztin besprochen werden. 

Trend: Food Combining

Food Combining! Ein neuer Trend zieht seine Kreise und möchte dir sagen, welche Lebensmittel du miteinander kombinieren solltest, damit du dich nach dem Essen besser fühlst. In diesem Zusammenhang hört man auch immer wieder von Monomahlzeiten, also eine Mahlzeit mit nur einem Lebensmittel (z.B. nur Äpfel), weil diese Monomahlzeiten laut dem Food Combining Trend am besten verträglich sind. Aber ist das wirklich so? Und ist das gesund?

Da stellt sich mir als erstes die Frage: Wie fühlst du dich denn nach deinem Essen? Denn wenn du sämtliche Lebensmittel lustig miteinander kombinieren kannst und es dir damit gut geht, gibt es, meiner Meinung nach, keinen Grund nach irgendwelchen Regeln diesbezüglich zu leben.

Klassische Bekömmlichkeitsstörungen sind Verdauungsbeschwerden, Durchfall, Verstopfung, Übelkeit, Blähungen, Bauchweh, Sodbrennen, Müdigkeit, Kopfschmerzen oder allgemeines Unwohlsein. Mit Hilfe eines Ernährungstagebuchs findest du heraus, wann dir ein Essen nicht bekommt und welche Lebensmittel möglicherweise dahinter stecken. (Ein Ernährungstagebuch zum selbst Ausdrucken sende ich dir kostenfrei per E-Mail).

Wenn du herausgefunden hast, an welchen Bekömmlichkeitsstörungen du leidest und welche Speisen diese vermutlich auslösen, kannst du mit Food Combining Tipps andere Lebensmittelzusammenstellungen ausprobieren und sehen, ob es dir damit besser geht. Einige dieser Tipps führe ich hier nachfolgend auf:

  1. Unterschiedliche Lebensmittel haben unterschiedliche Verdauungszeiten. Du solltest schnell verdauliche Lebensmittel immer zuerst essen. Melone ist sehr schnell verdaut, gefolgt von anderem Obst. Dann kommt rohes Gemüse, anschließend gekochtes Gemüse, dann Hülsenfrüchte und dann Kohlenhydrate, Brot, Käse und am längsten dauert es Fleisch zu verdauen.
  2. Melone solltest du als Monomahlzeit essen und du solltest auch keine Melonensorten untereinander mischen, sondern die wasserhaltigen zuerst essen, dann die süßen Sorten.
  3. Südfrüchte lassen sich recht gut untereinander mischen. Für alle anderen Obstsorten gilt: Nicht zu viele Sorten kombinieren, möglichst nicht mehr als zwei oder drei Sorten.
  4. Gemüse kann quasi mit allem kombiniert werden. (Erinnerung: Achte darauf, was du persönlich gut verträgst.)
  5. Iss Obst und Nüsse nicht in einer Mahlzeit, sondern erst das Obst und dann, nach einer kurzen Pause, die Nüsse.

Wenn du nach dem Essen sehr müde bist, kann das daran liegen, dass du zu viel oder zu schwer gegessen hast. Es ist aber auch möglich, dass dir eine Lebensmittelkombination in sofern nicht bekommt, dass dein Körper viel Energie dafür benötigt die komplexe Kost zu verdauen. Schließlich werden in der Verdauung unterschiedlicher Lebensmittel auch unterschiedliche Enzyme benötigt und Verdauungssäfte immer wieder neu zusammengestellt.

Was ist denn nun gesünder, Monomahlzeiten oder komplexe Kost? 

Monomahlzeiten und Mahlzeiten, in denen nur wenige und bestimmte Lebensmittel miteinander kombiniert werden, sind unter Umständen besser verdaulich und für einige Menschen bekömmlicher. Allerdings liefert eine vollwertige, komplexe Kost auch komplexe Nährstoffe und diese braucht unser Körper möglichst in seiner vollen und natürlichen Komplexität. So ist es zum Beispiel bei der Aufnahme pflanzlicher Proteine wichtig, unterschiedliche Proteinquellen miteinander zu kombinieren, um das gesamte Spektrum essenzieller Aminosäuren aufnehmen zu können. Bestimmte Lebensmittel sollten mit Vitamin C kombiniert werden, um zum Beispiel Eisen und Zink besser aufnehmen zu können. Schlussendlich gibt es noch andere Methoden, um die Vertraulichkeit von Lebensmitteln zu erhöhen, wie etwas das Einweichen oder Keimen.

Wer sich nun nicht zwischen einfach oder komplex entscheiden kann, darf erstmal aufatmen. Denn du kannst alles haben. Sämtliche Nährstoffe in der optimalen Kombination. Wichtig hierfür ist, deinen Speiseplan individuell sowie vollwertig zu gestalten und immer wieder darauf zu achten, was dir gut bekommt.